Tauben

Tauben (Columbidae) sind eine sehr artenreiche Familie innerhalb der Gattung Vögel. Bei Tauben gibt es wilde Arten und Zuchtformen. Die gesamte Familie umfasst über 40 verschiedene Gattungen und mehr als 300 Arten. Die meisten Exemplare leben in Asien und Australien.

Tauben
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Größe 30 bis 35 cm
Lebensdauer im Durchschnitt 2-3 Jahre, selten bis zu 10 Jahren
Nachkommen 4 Bruten pro Jahr mit je 1-2 Eiern
Verbreitung: weltweit

Lebensraum und Verbreitung

Gefühlt leben sie sehr zahlreich in jeder Stadt dieser Welt. Und in der Tat: Verwilderte Haustauben – viele bezeichnen sie auch als Straßentauben – gehören fast überall zum Stadtbild dazu. Sie bilden dort große Kolonien und sind recht erfinderisch bei der Wahl ihrer Brut- und Futterplätze. Ob auf Dachböden, an Hausfassaden oder nur wenige Zentimeter breiten Balkonvorsprüngen (wie in Venedig): Tauben finden immer ein Plätzchen in der Stadt.

Nicht zuletzt deshalb konnten sie ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten immer weiter vergrößern. Hinzu kommt: Haustauben ernähren sich eigentlich oder ursprünglich wesentlich von pflanzlichen Produkten wie Getreide und Körnern. Sie sind aber in der Lage, sich an vielfältige Nahrungsangebote zu gewöhnen und sind heute nicht selten spezialisiert auf Pommes-Reste, Eiswaffeln oder was sich sonst noch so in der Nähe menschlicher Restaurantbetriebe befindet.

Aussehen und Verhalten

Tauben sind leicht von anderen Vögeln zu unterscheiden. Alle Arten der Familie zeigen einen einheitlichen Körperbau: Sie haben einen kräftigen Rumpf, mittellangen Schwanz und einen relativ kleinen Kopf, der beim Gehen in der taubentypischen Art vor- und zurückschwingt. Ihre Färbung kann stark variieren, die Grundfarbe ist jedoch meist grau bis braungrau. Nur sehr wenige Arten aus der Familie der Fruchttauben (Treroninae), die vor allem in Asien und Afrike leben, haben ein farbenprächtiges Gefieder.

Ihre Nester sind nicht gerade architektonische Kunstwerke, sondern schlichte Gebilde aus wenigen Zweigen. Tauben legen nur ein bis zwei Eier. Als Besonderheit bei Taubenvögeln gilt die Kropfmilch: Beide Geschlechter produzieren es nach dem Schlüpfen der Jungen und ernähren damit erfolgreich die schnell wachsenden Vogelküken. Tauben sind bei einigen Arten schon nach gut zwei Wochen flügge und verlassen das Nest.

Tauben als Schädlinge

Dass sich Tauben so gut und schnell vermehren können, trägt leider auch zu einem Problem bei: Ihr Kot verursacht in vielen Städten massive Beschädigungen von historischen Fassaden und Denkmälern. Allein in München produziert jede Taube zwischen zehn und zwölf Kilogramm Kot pro Jahr. Einige Zehntausend Tiere leben in allein in dieser Stadt.

Es ist deshalb eine Notwendigkeit, ihre Vermehrung zu stoppen und Gebäude mit Taubenabwehrsystemen zu schützen.

Tauben übertragen gefährliche Krankheiten auf Menschen

Hinzu kommt: Fast alle Straßentauben sind infiziert mit Viren, Bakterien und Parasiten. Die sind für die Tiere oft nur ein kleines Problem. Bei Menschen können sie jedoch lebensbedrohliche Krankheiten hervorrufen. Deshalb ist es wichtig, bei jedem möglichen Kontakt, auch zum Beispiel dem Entfernen von Kot auf dem Fensterbrett, Schutzhandschuhe zu tragen und entsprechende Hygienemaßnahmen zu treffen.