Fliegen

Fliegen sind nicht gleich Fliegen, es gibt zahlreiche Familien unter ihnen. Neben den Mücken bilden sie eine der Unterarten der so genannten Zweiflügler (Diptera). Die Zweiflügler stellen eine Ordnung innerhalb der Insekten dar. Zu ihnen zählen rund 160.000 Arten aus insgesamt über 200 Familien.

Den meisten Menschen bekannt ist die Stubenfliege (Musca domestica; lat. musca „Fliege“, domesticus „häuslich“). Sie wird zum Teil auch als Gemeine Stubenfliege oder Große Stubenfliege bezeichnet. Daneben gibt es die Schmeißfliegen, hier vor allem die Blaue Schmeiß- oder Fleischfliege und leicht metallisch glänzende Goldfliegen. Mit einer Länge von bis zu 14mm sind sie größer als die normalen Stubenfliegen und unterscheiden sich durch ihre schillernden Panzer.

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Größe: bis zu 14mm

Lebenserwartung: wenige Tage bis Wochen

Nachkommen: bis zu 1.200 Eier pro Ablage

Lebensraum und Verbreitung

Fliegen sind grundsätzlich weltweit verbreitet. Sie sind in der Lage, alle Lebensräume zu besiedeln und sich klimatisch anzupassen. Nur an den Polen und in sehr heißen Wüsten geht ihr Bestand gegen Null. Allein aus der Gattung der Schmeißfliegen zählen Wissenschaftler über 1.000 Arten weltweit, in Deutschland allein mehr als 40.

Einige Arten wie die Gemeine Stubenfliege können auch in allen Formen menschlicher Behausungen leben. Sie fressen dort von allem was sich mit ihrem Speichel erweichen und aufnehmen lässt. Die Fliege bespuckt die potentielle Nahrung mit Verdauungssäften und saugt sie dann mit ihrem Rüssel wieder ein. Dieser Trick sichert Fliegen das Überleben auch in unwirtlichen Regionen.

Lebensweise und Ernährung

Die meisten Fliegenarten haben keine lange Lebensdauer. Bei den meisten Tieren beträgt sie nur wenige Tage bis Wochen. In dieser Zeit muss die Fliege den kompletten Zyklus vom Larven-Stadium über die Reifung, Fortpflanzung und Sterben bewältigen. Die größte Spanne in diesem Zyklus nimmt bei den Fliegen das Larven-Stadium ein, das sie auf ganz unterschiedlichen Substraten wie Abfällen, Kadavern oder Kot verbringen können.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung können die allermeisten Fliegenarten den Winter problemlos und in verschiedenen Lebensstadien verbringen. Sie suchen sich dafür Nischen oder Spalten, in denen sie sich bei starker Kälte zurückziehen.
Was fressen Fliegen? Die Antwort ist: eigentlich alles. Bevorzugt organische Substanzen und gerne auch pflanzliche Nahrung wie Nektar und Pollen von Blüten. Die meisten Arten sind jedoch auch Jäger anderer Insekten oder leben als Parasiten. Als Schädlinge treten Fliegen vor allem dann auf, wenn sie Nutzpflanzen fressen oder nachhaltig schaden. Das gilt zum Beispiel für die Bohrfliegen. Oft müssten Apfel- oder Kirschplantagen mit Netzen geschützt werden, damit Bohrfliegen (auch als Fruchtfliegen bekannt) ihre Eier nicht in den Früchten ablegen können.

Übertragung von Krankheiten durch Fliegen

Lange Zeit verharmloste man Fliegenbefall in Wohn- oder Geschäftshäusern. Heute weiß man, dass Fliegen sehr viel mehr gravierende Krankheiten übertragen können als gedacht. Den Beweis dazu lieferte ein Forscherteam in den USA: Sie fingen über 100 verschiedene Fliegenarten ein und untersuchten das Mikrobiom der Tiere, also die Bakterien, die auf und im Körper dieser Fliegen leben. Das Ergebnis zeigte: Dort befanden sich mehr als 600 verschiedene Keime, die meisten auf den normalen Stubenfliegen. Zahlreiche davon verursachen bakterielle Infektionen, Blutvergiftungen oder auch Lungenentzündungen. Auch Helicobacter pylori, ein nachgewiesener Verursacher von Magengeschwüren, wurde als Ansiedlung auf Schmeißfliegen gefunden.