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Die diskrete Jagd auf Plagegeister

Masken-Serie Wolfgang Weber aus Buchenbrunn ist Schädlingsbekämpfer, aber kein Killer-Typ. Warum der Einsatz von Gift oft gar nicht sinnvoll ist und wovor sich der Profi selbst noch ekelt

Wer einen Laden, Supermarkt oder eine Arztpraxis betritt, muss seit März wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus Mund- und Nasenschutz tragen. Die meisten Menschen haben sich daran gewöhnt, auch wenn das lästig sein mag. Es gibt  Personengruppen, die schon immer eine Maske aufsetzen mussten. Wir haben ein paar von ihnen besucht und hinter die Maske
geschaut. Heute: Schädlingsbekämpfer Wolfgang Weber aus Buchenbrunn.

Ein Beitrag von VON SANDRA BAUMBERGER

Buchenbrunn Bestimmt ist es kein Zufall, dass in der Telefon-Warteschleife von Wolfgang Weber die Titelmelodie von „Ghostbusters“ zu hören ist. Schließlich jagt er Plagegeister – und das beinahe geisterhaft diskret: Keines der Firmenfahrzeuge ist mit Werbung beklebt und auch die Arbeitskleidung – schwarze Hose, rotes T-Shirt – kommt ohne Aufdruck aus. Aus Sicht der meisten seiner Kunden braucht nämlich niemand zu wissen, dass bei ihnen gerade der Schädlingsbekämpfer im Einsatz ist. „Wir machen das sehr diskret und man sieht uns auch nicht an, was wir tun“, sagt Wolfgang Weber. Das dürften auch die Schnellrestaurants zu schätzen wissen, die der Chef von „W&S Insekt Control“ gelegentlich besucht – rein privat wohlgemerkt. „Was meinen Sie, was da los wäre, wenn ich mich mit einem rundum beklebten Auto auf den Parkplatz stellen würde?“, fragt er und lacht. Denn während insbesondere in den USA Restaurants und Geschäfte sogar damit werben, mit einem Schädlingsbekämpfer zusammenzuarbeiten, ist das in Deutschland nach wie vor „ein ganz, ganz großes Problem“. Dabei sei ein Schädlingsbefall in den meisten Fällen kein Hinweis auf ein Hygieneproblem. „Da können’s einen sterilen Haushalt haben und es gibt trotzdem Bettwanzen, die Sie sich von außen eingeschleppt haben. Und es gibt auch kein Allroundmittel, um das zu verhindern. Eigentlich ist niemand sicher.“ Nicht einmal der Schädlingsbekämpfer selbst. Einmal krabbelten auch in seinem Vorratsschrank die Lebensmittelmotten und ein anderes Mal hatte er sich nach einem Einsatz versehentlich einen Floh ins Auto gesetzt, der schnell mit Bissen auf sich aufmerksam machte – und diese Frechheit ebenso schnell mit dem Leben bezahlte. … (Ein Auszug aus dem Artikel in der Mindelheimer Zeitung vom 05.10.2020)

Wenn es einmal so weit ist, dass sich die Mäuse über das Brot hermachen, ist es höchste Zeit für den Schädlingsbekämpfer. Wolfgang Weber lockt die Nager mit Vanilleduft, Honig oder Schokocreme in die Fallen. Foto: Matthias Hiekel, dpa